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Mit 24-Stunden-Rennen von Le Mans werden die Langstreckenrennen für Sportwagen bzw. Motorräder bezeichnet, die vom Automobile Club de l'Ouest (ACO) südlich der französischen Stadt Le Mans veranstaltet werden.

Die bekanntere Version für Automobile 24 Heures du Mans wird seit 1923 auf einer ca. 13 km langen Strecke auch über Landstraßen ausgetragen. Die Motorräder fahren ihre 24 Heures Moto nur auf der deutlich kürzeren permanten Rennstreckenvariante Circuit Bugatti.

Überblick


Le_mans_strecke.jpg Es wurde als Ausdauerrennen geplant, bei dem Automobilhersteller die Zuverlässigkeit und technischen Entwicklungen ihrer Fahrzeuge unter Beweis stellen konnten. In den ersten Jahren war es nur den Fahrern erlaubt, Reparaturen selbst mit Bordwerkzeug durchzuführen. Heute dürfen die Wagen in den Boxen von Mechanikern repariert werden. Bleibt allerdings der Wagen auf der Strecke stehen, darf der Fahrer keine fremde Hilfe zur Reparatur in Anspruch nehmen. Ziel des Rennens ist es, möglichst viele Runden innerhalb von 24 Stunden zurückzulegen und am Ende die Ziellinie zu überqueren.

Traditionell findet das Rennen jährlich am zweiten Juniwochenende am Stadtrand von Le Mans statt. Die Strecke Circuit de la Sarthe, benannt nach dem Fluss Sarthe, hat eine Länge von 13.880 m und besteht zum Teil aus öffentlichen Landstraßen. Seit 1965 ist der permanente Rundkurs Circuit Bugatti Teil der Strecke, dazu gehören auch die Boxen und der Start- und Zielraum. Da im Laufe der Jahre die Fahrzeuge immer schneller wurden, wurde die Strecke mehrmals aus Sicherheitsgründen überarbeitet und durch Schikanen langsamer gemacht.

1955 kam es bei diesem Rennen zur größten Katastrophe des Motorsports, als der Mercedes-Benz 300 SLR des Franzosen Pierre Levegh nach einer Kollision auf der Zielgeraden in die dort versammelte Zuschauermenge flog. Auslöser war der Jaguar-Pilot Mike Hawthorn, der den langsamen Austin Healey von Lance Macklin links überholte um dann plötzlich nach rechts zu ziehen und scharf zu bremsen, um einen Boxenstopp zu absolvieren. Der so "geschnittene" Macklin musste nach links ausweichen, wo jedoch Levegh mit hoher Geschwindigkeit herannahte und seinerseits nicht mehr reagieren konnte. Bei diesem Unfall starben 82 Menschen. Die verbliebenen Mercedes wurden nachts von Rennleiter Alfred Neubauer nach Rücksprache mit der Firmenleitung als Zeichen des Respekts zurückgezogen. Jaguar fuhr weiter und gewann mit Mike Hawthorn.

Dieser Unfall wird öfters irrtümlich als Auslöser für einen kompletten sofortigen Rückzug von Mercedes-Benz aus dem Motorsport bezeichnet. Die Entscheidung, sich nach Ende der Rennsaison 1955 auf die Serienentwicklung zu konzentrieren, hatte der Vorstand bereits im Frühjahr, also lange vor dem Le-Mans-Unfall, getroffen. Wie geplant wurde danach in allen verbliebenen, nicht aufgrund des Unfalls abgesagten (u.a. Großer Preis von Deutschland) oder gar verbotenen Rennen (Großer Preis der Schweiz) des Jahres 1955 teilgenommen. Als Mercedes dann Ende des Jahres neben der erneuten F1-Weltmeisterschaft durch Fangio mit einen Sieg von Stirling Moss und Peter Collins bei der Targa Florio auch noch die Sportwagen-WM und daneben noch die Tourenwagen-EM gewonnen hatte, wurde der Rückzug zudem mit den nicht mehr zu übertreffenden Erfolgen begründet.

Bis in die 1980er Jahre fand das Rennen in Zweierteams statt, heute wechseln sich drei Fahrer ab.

Legendär war der 1925 eingeführte Le-Mans-Start, bei dem die Fahrer über die Fahrbahn zu ihren vor der Boxengasse aufgestellten Fahrzeugen sprinten mussten und stehend starteten. Dieser kam nach Einführung der Sicherheitsgurte 1969 in die Diskussion, als der spätere Sieger Jacky Ickx durch demonstrativ langsames und sorgfältiges Vorgehen dagegen protestierte. Nach einem stehenden Start mit bereits angeschnallten Fahrern 1970 wird ab 1971 aus Sicherheitsgründen wie in Indianapolis mit einem Fliegenden Start nach einer Einführungsrunde gestartet.

Das Rennen war auch bekannt für seine lange Gerade, der Ligne Droite des Hunaudières, oder Mulsanne Straight, wie sie in England genannt wird. Dabei handelt es sich um eine nahezu 5 km lange Gerade, auf der Geschwindigkeiten über 400 km/h erreicht wurden. 1990 wurden aus Sicherheitsgründen zwei Schikanen eingebaut, seitdem liegt die Spitzengeschwindigkeit bei ca. 340 km/h. Der Auslöser für diese Maßnahme war unter anderem der tödliche Unfall des Österreichers Jo Gartner am 1. Juni 1986. Sein Porsche 962 kam wegen einer gebrochenen Hinterradaufhängung bei weit über 300 km/h von der Strecke ab.

Im Jahr 2006 gewinnt erstmals in der Geschichte von Le Mans mit dem Audi R10 ein Diesel-Fahrzeug.

Sieger von Le Mans

Ford_GT40.jpg | Porsche_917C.jpg Le_Mans_2005_CorvetteC6R.jpg

Jahr Fahrer Wagen
1923 A. Lagache (F) / R. Leonard (F) Chenard-Walcker
1924 J. Duff (ENG) / F. Clement (F) Bentley 3.0
1925 G. de Courcelles (F) / A. Rossignol (F) La Lorraine
1926 R. Bloch (F) / A. Rossignol (F) La Lorraine
1927 D. Benjafield (ENG) / S. Davis (ENG) Bentley 3.0
1928 W. Barnato (ENG) / B. Rubin (ENG) Bentley 4.4
1929 W. Barnato (ENG) / Sir H. Birkin (ENG) Bentley 6.6
1930 W. Barnato (ENG) / G. Kidston (ENG) Bentley 6.6
1931 Earl Howe (ENG) / Sir H. Birkin (ENG) Alfa Romeo 8C
1932 R. Sommer (F) / L. Chinetti (IT) Alfa Romeo 8C
1933 R. Sommer (F) / T. Nuvolari (IT) Alfa Romeo 8C
1934 L. Chinetti (IT) / P. Étancelin (F) Alfa Romeo 8C
1935 J.S. Hindmarsh (ENG) / L. Fontes (RA) Lagonda M45R
1936 kein Rennen
1937 J.P. Wimille (F) / R. Benoist (F) Bugatti 57 GSC
1938 E. Chaboud (F) / J. Tremoulet (F) Delahaye 135M
1939 J.P. Wimille(F) / P. Veyron (F) Bugatti 57 GSC
1940-48 Zweiter Weltkrieg - keine Rennen
1949 L. Chinetti (IT) / Lord Selsdon (ENG) Ferrari 166 MM
1950 L. Rosier (F) / J.-L. Rosier (F) Talbot Lago
1951 P. Walker (ENG) / P. Whitehead (ENG) Jaguar C-Type
1952 H. Lang (D) / F. Riess (D) Mercedes-Benz 300 SL
1953 T. Rolt (ENG) / D. Hamilton (ENG) Jaguar C-Type
1954 J. F. González (RA) / M. Trintignant (F) Ferrari 375
1955 M. Hawthorn (ENG) / I. Bueb (ENG) Jaguar D-Type
1956 R. Flockhart (ENG) / N. Sanderson (ENG) Jaguar D-Type
1957 R. Flockhart (ENG) / I. Bueb (ENG) Jaguar D-Type
1958 O. Gendebien (B) / P. Hill (USA) Ferrari 250TR58
1959 C. Shelby (USA) / R. Salvadori (ENG) Aston Martin DBR1
1960 O. Gendebien (B) / P. Frère (B) Ferrari 250TR60
1961 O. Gendebien (B) / P. Hill (USA) Ferrari 250TR61
1962 O. Gendebien (B) / P. Hill (USA) Ferrari 330LM
1963 L. Scarfiotti (IT) / L. Bandini (IT) Ferrari 250P
1964 J. Guichet (F) / N. Vaccarella (IT) Ferrari 275P
1965 J. Rindt (A) / M. Gregory (USA) Ferrari 250LM
1966 B. McLaren (NZ) / C. Amon (NZ) Ford GT40 MK2
1967 D. Gurney (USA) / A.J. Foyt (USA) Ford GT40 MK4
1968 P. Rodriguez (MEX) / L. Bianchi (B) Ford GT40
1969 J. Ickx (B) / J. Oliver (ENG) Ford GT40
1970 H. Herrmann (D) / R. Attwood (ENG) Porsche 917K
1971 H. Marko (A) / G. v. Lennep (NL) Porsche 917K
1972 H. Pescarolo (F) / G. Hill (ENG) Matra Simca MS670
1973 H. Pescarolo (F) / G. Larrousse (F) Matra Simca MS670 B
1974 H. Pescarolo (F) / G. Larrousse (F) Matra Simca MS670 B
1975 J. Ickx (B) / D. Bell (ENG) Mirage Ford M 8
1976 J. Ickx (B) / G. v. Lennep (NL) Porsche 936
1977 J. Ickx (B) / J. Barth (D) / H. Haywood (USA) Porsche 936
1978 J.-P. Jassaud (F) / D. Pironi (F) Renault Alpine A442
1979 K. Ludwig (D) / B.Wittington (USA) / D. Wittington (USA) Porsche 935
1980 J.-P. Jassaud (F) / J. Rondeau (F) Rondeau Ford M379 B
1981 J. Ickx (B) / D. Bell (ENG) Porsche 936
1982 J. Ickx (B) / D. Bell (ENG) Porsche 956
1983 V. Schuppan (AUS) / H. Haywood (USA) / A.Holbert (USA) Porsche 956
1984 K. Ludwig (D) / H. Pescarolo (F) Joest-Porsche 956
1985 K. Ludwig (D) / P. Barilla (IT) / J. Winter (D) Joest-Porsche 956
1986 D. Bell (ENG) / H.-J. Stuck (D) / A. Holbert (USA) Porsche 962 C
1987 D. Bell (ENG) / H.-J. Stuck (D) / A. Holbert (USA) Porsche 962 C
1988 J. Dumfries (ENG) / A. Wallace (ENG) / J. Lammers (NL) Jaguar XJR-9LM
1989 J. Mass (D) / M. Reuter (D) / S. Dickens (ENG) Sauber-Mercedes C9
1990 M. Brundle (ENG) / J. Nielsen (DK) / P.Cobb (USA) Jaguar XJR 12
1991 J. Herbert (ENG) / B. Gachot (B) / V. Weidler (D) Mazda 787B
1992 D. Warwick (ENG) / M. Blundell (ENG) / Y. Dalmas (F) Peugeot 905
1993 G. Brabham (AUS) / E. Hélary (F) / C. Bouchut (F) Peugeot 905
1994 Y. Dalmas (F) / H. Haywood (USA) / M. Baldi (IT) Dauer-Porsche 962LM
1995 Y. Dalmas (F) / JJ Lehto (SF) / Sekiya (J) McLaren F1 GTR BMW-V12
1996 M. Reuter (D) / D. Jones (USA) / A. Wurz (A) Joest TWR-Porsche WSC
1997 M. Alboreto (IT) / S. Johansson (S) / T. Kristensen (DK) Joest TWR-Porsche WSC
1998 S. Ortelli (IT) / L. Aiello (F) / A. McNish (ENG) Porsche 911 GT1
1999 P. Martini (IT) / Y. Dalmas (F) / J. Winkelhock (D) BMW V12 LMR
2000 E. Pirro (IT) / F. Biela (D) / T. Kristensen (DK) Audi R8 LMP
2001 E. Pirro (IT) / F. Biela (D) / T. Kristensen (DK) Audi R8 LMP
2002 E. Pirro (IT) / F. Biela (D) / T. Kristensen (DK) Audi R8 LMP
2003 R. Capello (IT) / T. Kristensen (DK) / G. Smith (GB) Bentley Speed 8 GT
2004 S. Ara (J) / R. Capello (IT) / T. Kristensen (DK) Audi R8 LMP
2005 T. Kristensen (DK) / M. Werner (D) / JJ Lehto (FIN) Audi R8 LMP
2006 F. Biela (D) / E. Pirro (I) / M. Werner (D) Audi R10 TDI LMP1

Sonstiges


1971 drehte Steve McQueen einen Spielfilm über das 24-Stunden-Rennen, welcher den passenden Titel Le Mans trägt.

Im Jahre 2006 war erstmalig im deutschsprachigen Raum die komplette Live-Übertragung des Rennens zu sehen, bei Premiere.

MotorsTV übertrug zusätzlich zum kompletten Rennen noch beide Qualifikationen à 4h sowie die technische Abnahme und die traditionelle Fahrerparade am Freitag. Insgesamt war MotorsTV über 50h auf Sendung - wahlweise mit französischem, englischem oder deutschem Kommentar.

Mit Audi gewann 2006 erstmals ein nicht benzinbetriebenes Fahrzeug die Gesamtwertung. Allerdings war dies nicht der erste Einsatz mit einem anderen Treibstoff als Benzin. Das Team Nasamax versuchte sich zwei Mal mit einem Methanol-betriebenen Fahrzeug. Der Treibstoff ist aus der US-Champcar Serie bekannt, so trat man 2003 mit eben jenem Champcar-Motor (2,65l V8 Turbo) an und im Jahr darauf mit einem 5 Liter Judd V10.

Ebenfalls 2004 trat das Team Taurus bereits mit einem Diesel an. Allerdings war der Einsatz nicht von Erfolg gekrönt. Gemeldet in der schnellsten Prototypenklasse qualifizierte man sich auf Platz 41 von 48. Man war 24 Sekunden langsamer als das baugleiche Schwesterfahrzeug mit Benzin-Motor und 42 Sekunden langsamer als der Trainingsschnellste. Das Rennen beendete man schon nach 35 Runden mit Getriebeschaden.

Angesichts von 9 Dänen im Starterfeld und dem unglaublichen Erfolg von Tom Kristensen fanden sich 2006 unter den 230.000 Zuschauern 35.000 Dänen. Teils auf eigene Faust angereist, zum Großteil in riesigen Reisegruppen organisiert mit eigener Verpflegung und Festzelt wo man sogar mit dänischen Kronen zahlen konnte.

Weblinks


Motorsport

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