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Wwilson.gif Als 14-Punkte-Programm werden die Grundzüge einer Friedensordnung für das vom 1. Weltkrieg erschütterte Europa bezeichnet, die Präsident Woodrow Wilson am 8. Januar 1918 in einer programmatischen Rede vor beiden Häusern des US-Kongresses umriss. Einige der von Wilson aufgelisteten vierzehn Punkte (wie die Räumung und Wiederherstellung Belgiens, die Räumung und Rückgabe der besetzten französischen Gebiete einschließlich Elsaß-Lothringens) waren sehr konkret, andere (wie die Freiheit der Meere, Rüstungsbeschränkung) ziemlich allgemein oder vage ("autonome Entwicklung" für die Völker Österreich-Ungarns) gehalten. Das Selbstbestimmungsrecht der Völker, erstmals formuliert von Leo Trotzki im Zimmerwalder Manifest (1915), war ein wichtiger Teil des Programms. Nur Teile dieses Programms wurden in den Pariser Vorortverträgen verwirklicht.

Die „Vierzehn Punkte“


  1. Öffentliche Friedensverträge und Abschaffung der Geheimdiplomatie
  2. Freiheit der Seeschifffahrt
  3. Aufhebung sämtlicher Wirtschaftsschranken
  4. Rüstungsbegrenzung
  5. Ordnung aller Kolonialfragen
  6. Räumung des besetzten russischen Gebiets
  7. Wiederherstellung der belgischen Unabhängigkeit
  8. Wiederherstellung Frankreichs, Rückgabe von Elsaß-Lothringen
  9. Italienische Grenzziehung nach dem Nationalitätenprinzip
  10. Autonomie der Völker der Doppelmonarchie Österreich-Ungarn
  11. Wiederherstellung Serbiens, Rumäniens und Montenegros
  12. Autonomie der osmanischen Völker, Durchfahrt durch die Dardanellen und den Bosporus
  13. Errichtung eines polnischen Staats, unabhängig von Deutschland oder Russland
  14. Gründung des Völkerbunds zur friedlichen Regelung von Streitigkeiten

Kritik


Wilsons Programm wurde als in sich widersprüchlich, utopisch und ideologisch gefärbt kritisiert. Aufgrund der unterschiedlichen Interessen der Siegermächte konnten die meisten Punkte auch nicht realisiert werden. Nicht zuletzt daher hielten sich die USA in den 1920er Jahren aus der europäischen Politik heraus.

Der größte Widerspruch lässt sich im Bezug auf die Kolonialpolitik finden. Auf der einen Seite vertritt Wilson das Selbstbestimmungsrecht aller Völker, auf der anderen Seite akzeptiert er aber im Punkt 5 die Ansprüche der Kolonialmächte. Wilson wagte es nicht, sich für die Unabhängigkeit der Kolonien einzusetzen, da die Bündnispartner England und Frankreich weiterhin Imperialismus betrieben. Erwähnenswert ist außerdem noch das Amerika zu dieser Zeit selber Kolonien besaß. Geradezu paradox erscheint daher der letzte Punkt, in dem Wilson den Kampf „gegen die Imperialisten“ proklamiert.

Siehe auch


  • Atlantik-Charta (vergleichbares Programm der Alliierten nach dem Zweiten Weltkrieg)

Weblinks


Weltgeschichte | Außenpolitik (Vereinigte Staaten) | Europäische Geschichte | Deutsche Geschichte (20. Jh.) | Österreichische Geschichte | 1918 | Rede

Fourteen Points | Catorce puntos del Presidente Wilson | Neliteist teesi | Quatorze points de Wilson | ארבע עשרה הנקודות | 十四か条の平和原則 | Veertien Punten | 14 punktów Wilsona | Quatorze Pontos | Wilson Prensipleri | 十四點和平原則

 

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