Die 12. SS-Panzerdivision Hitlerjugend war eine Panzerdivision der Waffen-SS, die an der Ost- und Westfront des Zweiten Weltkrieges eingesetzt wurde. Die meisten Divisionsmitglieder stammen aus der Hitler-Jugend und wurden um 1926 geboren.
Bereits im Januar 1943 schlug SS-Gruppenführer Gottlob Berger dem Reichsführer-SS Heinrich Himmler vor, eine SS-Division aus Mitgliedern der Hitlerjugend aufzustellen und fand in diesem einen enthusiastischen Fürsprecher. Am 10. Februar 1943 folgte der amtliche Erlass für die Verwendung des Jahrgangs 1926 zur Aufstellung der SS-Division Hitlerjugend. Als Divisionskommandeur bestimmte Himmler den SS-Oberführer Fritz Witt von der Leibstandarte SS Adolf Hitler, die auch den Kader für die aufzustellenden Einheiten stellte. Durch einen Wettbewerb wurde das Abzeichen für die neue Einheit, die Siegrune der Hitlerjugend gekreuzt mit dem Dietrich (nach ihrem ersten Kommandeur Josef Dietrich) der Leibstandarte, ermittelt.
Bis zum 1. September 1943 wurden über 16.000 Mitglieder der Hitlerjugend eingezogen und erhielten danach eine sechswöchige Grundausbildung. Während der Ausbildung in Beverloo (Belgien) wurde entschieden, die ursprünglich als Panzergrenadier-Division konzipierte Einheit in eine Panzerdivision umgegliedert und den Namen in SS-Panzerdivision Hitlerjugend zu ändern. Mit der Durchnummerierung der Einheiten der Waffen-SS am 22. Oktober 1943 erhielt die Division dann die Nummer 12, die beiden Panzergrenadier-Regimenter die Nummern 25 und 26.
Im März 1944 war die Division bereit für den Fronteinsatz und wurde nach Caen in die Normandie verlegt, wo sie der Panzergruppe West unterstellt wurde.
Während der Verlegung wurde in der Nacht vom 1. zum 2. April 1944 beim sogenannten Massaker von Ascq 86 Menschen als Vergeltung für einen Sprengstoffanschlag auf einen Eisenbahnzug ermordet.
Am 6. Juni 1944 begann mit der Operation Overlord die Invasion der Normandie durch die Alliierten. Die 12. SS-Division Hitlerjugend bildete zusammen mit der 21. Panzer-Division die den Landungssträndenam nächsten gelegene gepanzerte Reserveeinheit, durch die heftigen Bomberangriffe gelangte sie jedoch erst gegen 22 Uhr nahe Evrecy zum Einsatz.
Am 7. Juni gelang es dem 25. SS-Panzergrenadier-Regiment unter SS-Standartenführer Kurt Meyer (Panzermeyer) zusammen mit der II./12. SS-Panzer-Regiments einen kanadischen Angriff abzuwehren wobei 28 Panzer zerstört und das Infanterieregiment Nova Scotia Highlanders schwer angeschlagen wurde. Dabei verzeichnete die Kampfgruppe einen Verlust von lediglich sechs Männern. Im Zuge dieses Einsatzes bei Abbaye d'Ardenne wurden von Angehörigen der Division 20 kanadische Kriegsgefangene ermordet.
Am 8. Juni erreichte das 26. SS-Panzergrenadier-Regiment unter Befehl von SS-Obersturmbannführer Wilhelm Mohnke die Position westlich von Meyers Truppe. Das Regiment stieß Richtung Norrey-en-Bessin vor und besetzte das strategisch wichtige Dorf.
Am 14. Juni beschoss die Royal Navy den Stützpunkt in Venoix, wobei u.a. Witt ums Leben kam. Seinen Platz nahm Kurt Meyer ein, der dadurch mit 33 Jahren zum jüngsten Divisionskommandeur des Zweiten Weltkrieges wurde. Meyer wurde später wegen Kriegsverbrechen angeklagt, da er seine Einheiten dazu aufforderte, keine Gefangenen zu machen.
Die Division erhielt den Auftrag in den folgenden vier Wochen, Caen einzunehmen, obwohl sie zahlenmäßig unterlegen war und keinerlei Unterstützung aus der Luft hatte.
In der ersten Juliwoche erlitt die Division große Verluste. Meyer ignorierte daraufhin den Befehl, die Nordlinie von Caen zu halten, und zog mit dem Rest seiner Truppe Richtung Süden ab. Die Panzerdivision erlitt in dieser Zeit 4.000 Tote, 8.000 Verletzte und zahlreiche Vermisste.
In den kommenden Wochen zog sich die Division bis zur französisch-belgischen Grenze zurück. Bis September war die Truppe auf 2.000 Mann geschrumpft. Meyer selbst wurde am 6. September von belgischen Partisanen gefangen genommen, woraufhin SS-Obersturmbannführer Hubert Meyer das Kommando übernahm.
Im November wurde die Division nach Nienburg verlegt, wo sie nach der de facto Vernichtung wieder aufgestellt werden sollte. Meyer wurde durch SS-Obersturmbannführer Hugo Kraas abgelöst. Unter seiner Führung wurde die Division der 6. SS-Panzer-Armee unter SS-Oberstgruppenführer Sepp Dietrich für das Unternehmen "Wacht am Rhein" unterstellt.
Die Operation, die am 16. Dezember 1944 begann, blieb aufgrund des starken Widerstand von Seiten der amerikanischen Truppen schnell steckten. Trotz intensiver Bemühungen gelang es nicht, die Front der amerikanischen Verteidiger zu durchbrechen. Infolge dessen wurde die Division abgezogen, um bei der Belagerung von Bastogne teilzunehmen. Bis zum 18. Januar 1945 wurde die Division wie die anderen deutschen Einheiten auf ihre Ausgangsposition zurückgedrängt.
Am 20. Januar 1945 wurde die 6. SS-Panzer-Armee nach Ostungarn befohlen, um Budapests zu entsetzen, wo 45.000 Männer des IX. Waffen-Gebirgskorps der SS eingekesselt waren. Die Division erreichte die Stadt im Februar nur einige Tage bevor die Stadt fiel. Sie kämpften dabei an einem Brückenkopf in der Stadt Gran an der Donau. Dieser wurde Ende des Monats zerstört.
Als nächstes sollte die Division an der Operation Frühlingserwachen teilnehmen, eine Operation, um die Ölfelder wiederzugewinnen. Hitler war bemüht, die Aktion geheim zu halten, und so ordnete er an, dass das Schlachtfeld vor dem Angriff nicht untersucht werden sollte. Nach anfänglichen Erfolgen wurde die Operation nach einem sowjetischen Gegenangriff abgebrochen.
Bis Mitte März wurde die Division auf Wien zurückgedrängt und ergab sich in Österreich amerikanischen Truppen.
Ein Denkmal für die "1. SS-Panzer-Division Leibstandarte-SS Adolf Hitler" und die "12. SS-Panzerdivision Hitlerjugend" wurde 1971 in Marienfels errichtet und 2004 von Unbekannten zerstört. Seit 2003 ist es Zielort mehrerer rechtsextremer Kundgebungen und Aufmärsche. Anfang 2006 geriet das eingelagerte Denkmal erneut in die Schlagzeilen, als ein geplanter Wiederaufbau auf dem Privatgrundstück des Neonazis Thorsten Heise in Fretterode bekannt wurde.
12th SS Panzer Division Hitlerjugend | 12e Panzerdivision SS Hitlerjungend | 12. SS-Panzer-Division Hitlerjugend | 12 SS기갑사단 히틀러유겐트 | 12. Dywizja Pancerna SS Hitlerjugend | 12. СС оклопна дивизија "Хитлерјугенд"
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