Ceskydub.gif Český Dub (deutsch Böhmisch Aicha) ist eine Stadt mit 2.698 Einwohnern (1. Januar 2004) in Tschechien. Sie liegt südlich des Jeschken und 12 km von Liberec entfernt. Die in 325 m ü.M. befindliche Stadt gehört dem Okres Liberec an.
1425 und 1429 wurde die Kommende durch die Heerzüge der Hussiten unter Prokop dem Kahlen stark in Mitleidenschaft gezogen und sie löste sich schließlich auf. Ihr Besitz ging in adlige Hände über. Zur Verteidigung gegen die böhmischen Ketzer legten die Oberlausitzer Stände eine Besatzung nach Böhmisch Aicha.
Ab 1490 legte Johann von Wartenberg, der damalige Besitzer der Stadt, die Neustadt an und erbaute für sich selbst ein Herrenhaus. Nach dem böhmischen Ständeaufstand von 1547 entzog König Ferdinand I. den Wartenbergern die Herrschaft. 1552 erwarb Jan von Oppersdorf die Český Dub und gestaltete das Kloster und die spätgotische Burg zu einem repräsentativen Renaissanceschloss um. In den sechziger Jahren des 16. Jahrhunderts wurde auch ein Rathaus errichtet und Böhmisch Aicha erhielt eine Reihe von Privilegien, durch die es zu einer städtischen Kommune erhoben wurde. Český Dub gelangte 1591 unter die Herrschaft der Familie Smiřický und 1622 in den Besitz Albrecht von Waldstein.
Nach Waldsteins Tod 1634 bekam Ludwig Hektor von Isolani (1580 - 1640) die Herrschaft für seine Erfolge als General. Nach seinem Tode ging die Herrschaft an seine Frau Anna Maria Elisabeth Isollani über, die 1648 starb. Weitere Erbin war ihre Schwester Regina, die 1653 dem Kloster der Wiener Augustiner Chorherren beigetreten ist und die Herrschaft dem Kloster als Mitgift schenkte. 1782 wurde das Kloster durch Kaiser Joseph II. im Zuge der Säkularisation aufgelöst.
Im 19. Jahrhundert entstanden mehrere Textilbetriebe. Der Industrielle Franz von Schmitt und seine Familie spielten dabei die wichtigste Rolle. Seit Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelte sich der Fremdenverkehr in Böhmisch Aicha. Zur Zeit der ersten Tschechoslowakischen Republik wurde neben der deutschen auch eine tschechische Schule eröffnet. Český Dub erhielt eine Bibliothek und ein Kino.
Durch die Okkupation des Sudetenlandes 1938 und die 1945 erfolgte Vertreibung der deutschen Einwohner Böhmisch Aichas wurde die Entwicklung des Städtchen stark behindert.
Durch Zufall ist 1991 die romanische Kapelle St. Johanni Baptista hinter der feuchten Wand einer Wohnung entdeckt worden. Seitdem wurden bei archäologischen Grabungen zahlreiche mittelalterliche Funde gemacht.
Wichtigster Wirtschaftszweig der Gemeinde ist der Tourismus. Vor allem als Wintersportort hat Český Dub Bedeutung.
Der Kernstadt gliedert sich in die Stadtteile Český Dub I, Český Dub II, Český Dub III und Český Dub IV.
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