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Als Übergewicht wird ein zu hohes Körpergewicht bezeichnet. Im engeren Sinne ist damit nur die sogenannte Präadipositas gemeint, im Gegensatz zum schweren Übergewicht, der Fettleibigkeit oder Adipositas.

Bestimmung von Übergewicht


Nach der Definition der WHO ist Übergewicht ein Körpergewicht, das einem Körpermasseindex (Body-Mass-Index, BMI) von 25 und darüber entspricht. Es lässt sich weiter unterteilen in:

  1. Präadipositas (Übergewicht i.e.S.): BMI 25 - 29.9
  2. Adipositas Grad I: BMI 30 - 34.9
  3. Adipositas Grad II: BMI 35 - 39.9
  4. Adipositas Grad III: BMI > 40

Die Relevanz des BMI als Indikator für normales Körpergewicht ist allerdings umstritten, alternativ wird deshalb auch der Körperfettanteil oder das Taille-Hüft-Verhältnis (Waist-Hip-Ratio) berücksichtigt.

Historisch wurde Übergewicht über den Broca-Index ermittelt. Dabei wurde anhand der Körpergrösse ein Normal- bzw. Idealgewicht errechnet und anhand der Abweichung davon Über- bzw. Untergewicht diagnostiziert.

Ursachen


Die hauptsächlichen Ursachen sind:
  1. genetische Faktoren und Stoffwechselstörungen
  2. zu viel und falsche Ernährung gekoppelt mit zu wenig Bewegung (und damit mangelnder Energieverbrauch) andererseits

Übergewicht tritt daher gehäuft in industrialisierten Ländern auf, wo nur noch wenige Menschen harte körperliche Arbeit verrichten und Nahrung im Überfluss vorhanden ist.

Außerdem kann auch durch gewisse Essstörungen wie Binge Eating Übergewicht entstehen.

Medizinische Interpretation


Übergewicht wird oftmals mit Krankheiten wie Diabetes, Bluthochdruck, Arthrose und Herzleiden in Verbindung gebracht. Dabei ist jedoch umstritten, ob bereits Präadipositas ein ernstzunehmendes Gesundheitsrisiko darstellt oder erst echte Adipositas (BMI von 30 und darüber). Außerdem gibt es Hinweise, dass nicht nur das Ausmaß des Übergewichts, sondern auch die Verteilung des überflüssigen Fettgewebes (Waist-Hip-Ratio das Risiko für Herz- und Kreislauferkrankungen beeinflusst. So hat die International Diabetes Federation im Jahr 2005 einen erhöhten Bauchumfang als notwendiges Kriterium für die Diagnostizierung des Metabolischen Syndroms festgelegt. (Definition des metabolischen Syndroms)

Außerdem können bei starkem Übergewicht auch rein aufgrund der mechanischen Belastung Gelenk- und Knochenschäden auftreten.

Kulturelle Interpretation


Während Übergewicht in vielen Weltgegenden als Zeichen von Wohlstand gilt, wird es in Europa und Nordamerika häufig als unästhetisch empfunden, was teilweise zu sozialer Ausgrenzung Übergewichtiger führt.

Bekämpfung von Übergewicht


Da in den Industriestaaten Übergewicht einerseits weit verbreitet ist, andererseits aufgrund des modernen Schlankheitsideals als unästhetisch empfunden wird, befassen sich unzählige Bücher und Zeitschriften mit dem Thema, wie Übergewicht am effizientesten bekämpft werden kann. Häufige Ratschläge sind intensive sportliche Betätigung sowie eine Umstellung der Ernährung (Diät). Die Ansichten darüber, welche Ernährung die richtige sei, unterschieden sich allerdings von Autor zu Autor stark. Kritiker bemängeln hierzu jedoch, dass - besonders bei ausgefallenen Diäten (Atkins-Diät, Rohkost) - eine ohne ärztliche Aufsicht durchgeführte Diät ein grösseres Gesundheitsrisiko birgt als unbehandeltes leichtes Übergewicht.

Hauptsächlich bei schwerem Übergewicht eingesetzt werden Medikamente, die die Fettaufnahme in den Körper verhindern sollen oder chirurgische Eingriffe, bei denen das Körperfett entfernt oder der Magen verkleinert wird. Insbesondere in der Pop- und Modebranche, wo besonders für Frauen das Aussehen eine wichtige Rolle spielt, werden solche Methoden jedoch immer häufiger auch bei leichtem Übergewicht und als zu schwer empfundenem Normalgewicht eingesetzt.

Falls das Übergewicht auf ein krankhaft gestörtes Essverhalten (z.B. Binge Eating) zurückzuführen ist, haben medizinische Maßnahmen gegen Übergewicht als reine Symptombekämpfung wenig Sinn, wenn nicht gleichzeitig die Essstörung auf psychologischem Weg therapiert wird.

Literatur


  • Horst Klier: Leben ohne Diät - Abnehmen durch Bio-Lebensmittel. BoD GmbH, Norderstedt 2005. ISBN 3-8334-3658-1. Das komplette Buch ist hier online unter Creative-Commons Lizenz verfügbar

Weblinks


Gesundheitsrisiko

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