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Als Überernährung bezeichnet man eine Ernährung, bei der mehr als die zur Aufrechterhaltung der Lebensfunktionen erforderlichen Nährstoffe zugeführt werden. Das Maß der aufgenommenen Nahrung muss an die körperliche Tätigkeit angepasst sein. Dauernde Überernährung führt zu Fettleibigkeit (Adipositas) und damit assoziierten Krankheitsbildern.

Für die Mehrheit aller Menschen heute und in der Geschichte war eher die Unterernährung als die Überernährung ein Problem. Außerhalb von Eliten hat erst das 20. Jahrhundert mit seiner Massenproduktion und Transportmöglichkeiten sowie mit vorproduzierten Nahrungsmitteln eine weite Überernährung ermöglicht.

Aber nicht nur Menschen, sondern auch Haustiere wie Hunde und Katzen sind in den westlichen Ländern teilweise überernährt.

Ursachen


In der Entwicklungsgeschichte der Menschheit war es für den Homo Sapiens von Vorteil, in Zeiten des Nahrungsüberflusses schnell Energie zu speichern. Diese Energiespeicher konnten dann in Zeiten des Nahrungsmangels wieder aufgebraucht werden. Und heute? Nahrung im Überfluss. Fast Food an jeder Ecke. Der Weg dorthin wird mit dem Auto gefahren... Die Folge: Ernährung und Bewegung fehlt die Balance. Allein in Deutschland hat jeder zweite Erwachsene, jeder dritter Jugendliche und jedes fünfte Kind Übergewicht.

Weltweit leben rund eine Milliarde Menschen mit starkem Übergewicht (WHO). Sollte sich dieser Trend fortsetzen, wird die Zahl der überernährten und somit übergewichtigen Menschen innerhalb der nächsten Dekade auf 1,5 Milliarden ansteigen. Nachdem das Problem jahrzehntelang auf die wohlhabenden Industrieländer beschränkt war, beobachtet man in jüngster Zeit einen Anstieg der ernährungsbedingten Krankheiten auch in Schwellenländern wie Indien oder China.

Eine notwendige Bedingung für die Überernährung ist die Versorgung mit ausreichenden Nahrungsmitteln.

Grundlegend für eine ausgewogene Nahrungsaufnahme ist ein Ausgleich zwischen Hunger- und Sättigungsgefühl, einem unbewussten Mechanismus, der sich als genetische Anpassung des Menschen an seine vorgeschichtliche Umwelt verstehen lässt. Dieser Mechanismus entstand im Umfeld der Jäger- und Sammlerkulturen, als der Zugang zu Nahrungsmitteln schwieriger war als in sesshaften oder modernen Kulturen und als die Nahrungsmittel im Mittel einen geringeren physiologischen Nährwert (umgangssprachlich: Kaloriengehalt) hatten.

Ein Problem moderner Nahrungsmittel ist ein hoher physiologischer Nährwert, mit der Folge, dass ein Sättigungsgefühl erst später eintritt als bei der Aufnahme einer gleichen Menge weniger kalorienhaltiger Nahrung. Die Folge ist, dass mehr Kalorien mit einer Mahlzeit aufgenommen werden.

Ein zweiter Unterschied moderner Nahrungsmittel ist ihre schnellere Verdauung: Zucker und Stärke gehen schnell in die Blutbahn über, und werden, falls sie nicht gebraucht werden, als Fett gespeichert. Der leere Magen-Darm-Trakt signalisiert dann ein Hungergefühl, so dass die Häufigkeit der Nahrungsaufnahme bei leicht verdaulichen Nahrungsmitteln steigt.

Weiterhin ist die gefühlsmäßige Nahrungsaufnahme des Menschen an körperlicher Betätigung angepasst. Um eine Überernährung zu vermeiden, muss ein etwa vorwiegend sitzend arbeitender Mensch seine Nahrungsaufnahme reduzieren.

Unerklärt ist die beobachtete Variabilität in den Essgewohnheiten von Menschen einer Gesellschaft. Auch bei überreichlicher Nahrungsverfügbarkeit pflegt nur ein Teil der Bevölkerung in unterschiedlichem Ausmaß Überernährung. Es werden sowohl eine genetische Variabilität als auch Erziehungsmethoden, Lebensstil, kulturelle Normen und psychologischer Druck für diese Unterschiede verantwortlich gemacht.

Die LängsschnittstudieNurses' Health Study” hat viele Beiträge zur Ernährungskunde erbracht.

Arten des Übergewichts & wie wird es gemessen?


In der Regel entsteht Übergewicht durch eine erhöhte Energiezufuhr, die einhergeht mit einem relativ geringeren Kalorienverbrauch. Des Weiteren kann Adipositas (starkes Übergewicht) auch aus einen angeborenen oder erworbenen Hormondefekt entstehen.

Übergewicht wird durch verschiedene Messmethoden ermittelt. Bekannte Messmethoden sind der Broca-Index (Normalgewicht in kg = Größe in cm – 100) und die weitaus etablierte Methode der Body-Mass-Index (BMI). Der BMI ist leicht und exakt zu bestimmen und korreliert mit der Fettmasse zu 95 % und gilt somit als das beste indirekte Maß für die Körperfettmasse. Der BMI ist definiert als das Körpergewicht (in Kg) dividiert durch die Körpergröße zum Quadrat.

In den letzten Jahren ist ein weiterer wichtiger Indikator hinzugekommen: der Bauchumfang. Denn das Körpergewicht und auch der BMI alleine sagen nichts aus, über das Risiko eine Herz-Kreislauf-Erkrankung - als Folgeerscheinung des Übergewichts - zu erleiden. Für das kardiovaskuläre Risiko ist weniger das Ausmaß des Übergewichts als vielmehr das Fettverteilungsmuster entscheidend: Besonders nachteilig wirken sich hier Fettdepots im Bauchraum und an den inneren Organen aus. Dieses innere Bauchfett - Fachleute nennen es "intraabdominales Fett" oder "viszerales Fettgewebe" – ist sehr stoffwechselaktiv. Es beeinflusst den Fett- und Kohlenhydratstoffwechsel (Zuckerstoffwechsel), so dass Fettstoffwechselstörungen und Diabetes die Folge sein können.

Eine erste Selbstdiagnose ist einfach: Bauchumfang messen. Ein erhöhtes Risiko liegt für Frauen ab 88 cm vor. Bei Männern beginnt der Risikobereich ab 102 cm.

Folgen der Überernährung bzw. des Übergewichts


Übergewicht – in Fachkreisen Adipositas genannt – ist als Risikofaktor für die Entwicklung kardiovaskulärer Erkrankungen anerkannt. Kommen zum Risikofaktor Adipositas noch zwei der Risikofaktoren Diabetes (Zuckerkrankheit), Fettstoffwechselstörungen (erhöhtes Cholesterin bzw. LDL) oder Bluthochdruck hinzu, besteht eine deutlich höhere Gefahr, im Laufe des Lebens eine Herz-Kreislauf-Erkrankung zu erleiden. Experten sprechen daher auch von kardio-metabolischen Risikofaktoren. Als weitere Risikofaktoren begünstigen Rauchen und Stress den Verschluss der Herz- und Gehirnversorgenden Gefäße.

Literatur


Weblinks


Siehe auch


Krankheit | Ernährung

Джънк фуд | Malbouffe | ジャンクフード

 

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