Ölhaltige Fische (pelagiale Fische) sind Fische, deren Filet und Bauchhöhle rings um den Magen-Darm-Trakt Tran enthält und nicht nur die Leber wie bei den Fischsorten, die im Englischen als ’’Whitefish’’ bezeichnet werden. Das Filet von ölhaltigen Fischen enthält bis zu 30 Prozent Tran, doch der Anteil variiert nicht nur je nach Art, sondern auch von einem Individuum zum anderen. Ölhaltige Fische schwimmen im Allgemeinen in mittleren Wassertiefen oder nahe der Oberfläche (in der pelagialen Zone).
Im Deutschen werden darüber hinaus die Bezeichnungen Fettfische, fette Seefische und Kaltwasserfische mehr oder weniger synonym verwendet.
Im Mai 2003 schrieben Experten in Circulation (der Zeitschrift der ’’American Heart Association’’), dass zwei Mahlzeiten mit ölhaltigem Fisch pro Woche dazu beitragen können, einen tödlichen Herzinfarkt zu verhindern, da die enthaltenen Fettsäuren gefährliche Herzrhythmusstörungen verhindern. Untersuchungen einzelner Herzzellen erbrachten, dass die Fettsäuren überschüssige Natrium- und Kalzium-Ströme im Herzen blockieren, die anderenfalls gefährliche, unvorhersehbare Änderungen des Herzrhythmus auslösen könnten.
Im März 2005 erkannten Forscher der ’’Harvard Medical School’’ und des ’’Brigham and Women's Hospital’’ in den USA, dass eine Diät mit hohem Anteil an ölhaltigem Fisch die körpereigene Produktion eines entzündungshemmenden Fettes anregt und so möglicherweise die Symptome der Arthritis lindert. Gemäß ihrer im ’’Journal of Experimental Medicine’’ veröffentlichten Studie wirkte diese Diät am besten in Verbindung mit geringen Dosen an Aspirin.
Im Mai 2005 äußerten Forscher in einer weiteren Studie die Vermutung, dass ölhaltiger Fisch zur Linderung der Symptome von kindlichem Autismus beitragen könne. Diese Studie wurde ausgeführt von den schottischen Universitäten in Edinburgh und Stirling in Verbindung mit dem ’’Edinburgh Royal Hospital for Sick Children’’.
Ergebnisse eines Forschungsprojekts der Ruhr-Uni Bochum in Kooperation mit dem Institut für Biologische Chemie und Ernährungswissenschaften der Universität Hohenheim deuten darauf hin, dass dass ein partieller Ersatz der Omega-6-Fettsäuren in der parenteralen Ernährung durch Omega-3-Fettsäuren zur Minderung von postoperativen Komplikationen beiträgt. Eine Beeinträchtigung der Immunfunktion begünstigt derartige Komplikationen durch Infektion in der postoperativen Phase.
2004 veröffentlichte die ’’Food Standards Agency’’ Hinweise zum empfohlenen wöchentlichen Mindest- und Höchstverzehr an ölhaltigem Fisch zum Ausgleich der gesundheitsfördernden Wirkung der Omega-3-Fettsäuren gegen die mögliche Schadwirkung der Anreicherung von Dioxin über die Nahrungskette.
Die Empfehlung zum Maximalverzehr lautete auf bis zu vier Portionen (eine Portion entsprechend 140 Gramm) pro Woche für Männer, Jungen und Frauen nach den Wechseljahren sowie bis zu zwei Portionen wöchentlich für Mädchen sowie Frauen im gebärfähigen Alter, einschließlich schwangerer und stillender Frauen. Es gibt keine Empfehlung für den Maximalverzehr von ’’Whitefish’’.
Durchschnittlich werden in Großbritannien jedoch nur 53 Gramm ölhaltiger Fisch pro Woche verzehrt. 70 Prozent der Verbraucher essen gar keinen.
Allerdings deuten einige Studien darauf hin, dass Fettsäuren aus pflanzlichen Quellen weniger effektiv sein könnten als die aus ölhaltigem Fisch. Die wirksamsten Omega-3-Fettsäuren sind Docosahexaensäure (DHA) und zu einem geringeren Grad Eicosapentaensäure (EPA). Die Fettsäuren in Leinöl und anderen pflanzlichen Ölen enthalten nur eine Vorstufe von DHA and EPA, die Linolensäure, die der menschliche Körper also zunächst umwandeln muss. Ein gesunder menschlicher Körper wandelt jedoch nur 20 Prozent der zugeführten Linolensäure um. Bei älteren, geschwächten oder kranken Menschen kann dieser Anteil noch geringer ausfallen. Da zudem pflanzliche Quellen ohnedies einen geringeren Anteil an ungesättigten Fettsäuren aufweisen als ölhaltiger Fisch, ist sogar ein hoher Konsum pflanzlicher Fette weniger wirksam als der Verzehr von ölhaltigem Fisch.
In einer im American Journal of Clinical Nutrition 2003 veröffentlichten Studie wurden stillende Frauen untersucht, die als Ergänzung zur Ernährung täglich 15 Gramm Leinöl zu sich nahmen. In ihrem Blut und ihrer Milch wurde eine Zunahme des EPA-Gehalts nachgewiesen, aber keine Zunahme an DHA. Der Körper benötigt DHA zur Bildung der Strukturen von Zellmembranen, insbesondere im Gehirn und der Retina des Auges.
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