Die Ökologie ist ein Teilgebiet der Biologie, welches sich mit den Wechselbeziehungen zwischen Organismen und ihrer natürlichen Umwelt beschäftigt. Weniger gebräuchlich ist der Begriff Bioökologie.
Der Begriff Ökologie leitet sich ab aus den griechischen Worten oikos (Haus) und logos (Lehre). Dem entsprechend ist Ökologie die Wissenschaft vom Haus im Sinne vom "Haushalt der Natur".
Der Fachbereich Ökologie ist im Vergleich zu anderen klassischen Fachdisziplinen der Biologie noch relativ jung. Die erste Definition des Begriffes stammt aus dem Jahr 1866 von Ernst Haeckel, einem deutschen Biologen und Anhänger des Darwinismus. Haeckel verstand unter Ökologie die Lehre von den Bedingungen der Lebewesen im Kampf ums Dasein und vom Haushalt der Natur:
Diese sehr weit greifende Definition wurde innerhalb der Geschichte der ökologischen Forschung unter verschiedenen Blickrichtungen modifiziert. Heute findet man in Lehrbüchern unterschiedliche Definitionen, die häufig nur eine Konkretisierung der ursprünglichen Definition darstellen. So schreibt etwa Bick (1998):
Im Rahmen der evolutionsbiologischen Forschung wurden die Erkenntnisse der Verbreitungsfaktoren und der Artbildung ergänzt, sodass etwa bei Krebs (1985) zu lesen ist:
Ihrem Grundverständnis nach ist die Ökologie höchst interdisziplinär organisiert. Verschiedene biologische Disziplinen wie beispielsweise die Geoökologie oder die Landschaftsökologie beteiligen sich zentral an der fachübergreifenden Aufgabe. Je nach Problemstellung werden Erkenntnisse weiterer Wissenschaften wie Klimatologie, Ökonomie, Geologie, Ethnologie, Psychologie u.a. genutzt.
Bei der Betrachtung der Umwelt spielen sowohl die belebten (biotischen) Faktoren, als auch die unbelebten (abiotischen) Faktoren eine Rolle. Die ökologische Forschung kann auf sehr unterschiedlichen Ebenen stattfinden, etwa großräumig auf der Basis von Ökosystemen, die sich aus Biotopen und Biozönosen (Lebensgemeinschaften) aufbauen, oder auf der Basis von Individuen oder Populationen einzelner Arten. Als eine multidisziplinäre Forschungsrichtung interagiert die Ökologie dabei mit einer Reihe anderer biologischer Disziplinen, vor allem der Evolutionsbiologie und Genetik.
Die chemische Ökologie erforscht beispielsweise die Rolle chemischer Signale in den Wechselbeziehungen von Organismen. Hieraus ergeben sich Erkenntnisse zur Entwicklung neuer Methoden der biologischen Schädlingsbekämpfung.
Neben der Grundlagenforschung spielt vor allem die Angewandte Ökologie eine zentrale Rolle der ökologischen Forschung. Dabei wird versucht, durch das Verständnis der ökologischen Zusammenhänge Modelle zu entwickeln, die real existierende Probleme lösen können. Es handelt sich unter anderem um Fragestellungen aus dem Natur- und Artenschutz, der ökonomischen Bedeutung von Ökosystemen sowie der Land- und Forstwirtschaft.
Lebewesen sind nur innerhalb eines bestimmten Toleranzbereiches des jeweiligen Umweltfaktors lebensfähig. Die spezifische Anpassung einer Art wird mit dem Konzept der ökologischen Nische beschrieben.
Methoden der Autoökologie sind u.a. Freiland- und Laboruntersuchungen.
Populationen bestehen aus verschiedenen Individuen unterschiedlichen Alters, unterschiedlicher Größe, unterschiedlicher Gesundheit, unterschiedlicher genetischer Ausstattung usw. Die Analyse einer Populationsstruktur gibt ein Bild von der Zusammensetzung einer Population zu einem bestimmten Zeitpunkt. Populationen sind jedoch dynamisch. Die Populationsdynamik beschäftigt sich daher auch mit der Veränderung von Populationen über einen gewissen Zeitraum bezüglich Wachstum und Struktur.
Vermehrung und Fortpflanzung sind Faktoren die zu einer Veränderung der Population und damit zu einer Anpassung der Art an die Umwelt führen. Die Populationsgenetik befasst sich mit den auf eine Population wirkenden Evolutionsfaktoren und den sich daraus ergebenden Veränderungen im Laufe von Generationen.
Im Gegensatz zur eher physiologisch ausgerichteten Autoökologie verwendet die Demökologie mathematische und statistische Methoden zur Gewinnung und Beschreibung ihrer Erkenntnisse.
An einfachen Systemen die nur aus zwei Arten bestehen (Bisystemen), wird versucht durch Beobachtung und Experiment (z. B. durch Langzeituntersuchungen mit Hilfe von Computersimulationen) die Dynamik in Biozönosen besser zu verstehen und mittels mathematischer Modellen abzubilden. Komplexe Artgemeinschaften werden durch Reduzierung auf Teilaspekte überschaubar.
Ein Beispiel hierfür ist eine Beschränkung auf die Untersuchung von Nahrungsbeziehungen, die zu einer Zusammenfassung von Artengruppen nach Ernährungsstufen führt. Durch die Reduzierung auf bestimmte Aspekte gewinnt die Synökologie Erkenntnisse über den Energiefluss im Nahrungsnetz. Arten werden dabei in Produzenten, Konsumenten und Destruenten eingeteilt. Dadurch kann beschrieben werden, wie neue Biomasse produziert wird und abgestorbene, organische Substanz wieder in ihre anorganischen Bestandteile zerlegt und von den Lebewesen erneut aufgenommen wird, also ein Kreislauf, den von wenigen Ausnahmen abgesehen, letztlich von der Sonne angetrieben wird.
Weitere Teilgebiete der Ökologie sind:
Ökologie | Physische Geographie
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