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Unter Öffentlichkeit versteht man die Gesamtheit der möglicherweise an einem Ereignis oder Geschehen teilnehmenden Personen ohne jede Begrenzung in der Anzahl oder durch sonstige Einschränkungen. "Sphäre der zum Publikum versammelten Privatleute" (Habermas: Strukturwandel der Öffentlichkeit) "Netz für die Kommunikation von Inhalten und Stellungsnahmen (...), das sich nach der Kommunikationsdichte, der Organisationskomplexität, und Reichweite nach Ebenen differenziert, von der episodischen Kneipe (...) bis zur abstrakten, über Massenmedien hergestellten Öffentlichkeit" (Habermas: Stukturwandel der Öffentlichkeit) "

"Öffentliche Versammlung", "öffentliche Kundgebung", "öffentliche Verhandlung" (vor Gericht), im Gegensatz zu "unter Ausschluss der Öffentlichkeit". Die Öffentlichkeit von möglichst vielen Ereignissen ist damit ein demokratisches Prinzip. Presse und Rundfunk haben die Aufgabe, durch Berichte, Reportagen oder Direktübertragungen die Öffentlichkeit auch über weite Strecken hinweg herzustellen.

Von innerer Öffentlichkeit spricht man im Zusammenhang von größeren Gruppen, Vereinen, Unternehmen oder sonstigen Organisationen und Körperschaften. Sie bezeichnet die Gesamtzahl der betreffenden Personen und unterliegt denselben Gesetzmäßigkeiten und organisatorischen Grundmustern wie die äußere Öffentlichkeit, wird aber von dieser getrennt und unter Berücksichtigung des speziellen Informationsbedarfs bedient.

In demokratischen Gesellschaften spielt die Öffentlichkeit eine wichtige Rolle, denn in ihr findet die (politische) Meinungsbildung statt. Die Presse ist wichtiger Teil und Spiegel der Öffentlichkeit. In diesem Zusammenhang sind öffentliche Güter wichtig, die Öffentlichkeit überhaupt erst ermöglichen. Eine lebendige Öffentlichkeit kann als Grundlage zur Entwicklung von Zivilgesellschaft gesehen werden.

Literatur


  • Jürgen Habermas: Strukturwandel der Öffentlichkeit. Untersuchungen zu einer Kategorie der bürgerlichen Gesellschaft (Habil.), Neuwied 1962 (Neuaufl.: Frankfurt a.M. 1990). ISBN 3-518-28491-6
  • Torsten Liesegang: Öffentlichkeit und öffentliche Meinung. Theorien von Kant bis Marx 1780-1850, Würzburg: Könighausen & Neumann, 2004.
  • Walter Lippmann: Public Opinion (1922) online text
  • Einen gut strukturierten ersten Überblick bietet: Gerd Strohmeier: Politik und Massenmedien. Eine Einführung, Baden-Baden 2004, insb. S. 76 ff.
  • Manfred Faßler, Wulf R. Halbach (Hrsg.): Cyberspace. Gemeinschaften, Virtuelle Kolonien, Öffentlichkeiten, München: Fink, 1994, ISBN 3-7705-2951-0
  • Jürgen Gerhards/Friedhelm Neidhardt (1991): Strukturen und Funktionen moderner Öffentlichkeit: Fragestellungen und Ansätze; in: Müller-Doohm, S./Neumann-Braun, K. (Hrsg.) (1991): Öffentlichkeit Kultur Massenkommunikation. Beiträge zur Medien- und Kommunikationssoziologie. Bibliotheks- und Informationssystem der Universität Oldenburg (BIS)-Verlag-.S.31-90.

Siehe auch


Weblinks


  • http://www.infed.org/thinkers/putnam.htm - Robert D. Putnam untersucht die US-amerikanische Öffentlichkeit

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