Ödipussi ist ein westdeutscher Spielfilm aus dem Jahr 1988 von und mit Loriot und der erste von zwei Filmen, in denen er selbst Regie führte. Der Titel Ödipussi ist eine Anspielung auf den von Freud beschriebenen Ödipuskomplex.
Paul Winkelmann ist der Geschäftsführer des Stoff- und Möbelgeschäftes "Winkelmann und Sohn", das er nach dem Tod seines Vaters vor acht Jahren übernommen hat. Nebenher ist er Mitglied in einem politischen Club aus vier Männern und einer Frau, der es sich zum Ziel gesetzt hat, die Begriffe "Umwelt" und "Frau" in den Karnevalsgedanken zu integrieren.
Paul steht noch immer unter der strengen Obhut seiner 78-jährigen, resoluten Mutter Louise, die ihn trotz seines Alters noch immer umsorgt wie ein Kind. Sie kann nicht verstehen, dass sich ihr Sohn eine eigene Wohnung genommen hat und nicht mehr bei ihr wohnt ("Warum hast du dir nur diese Wohnung genommen, andere Jungs wohnen doch auch zu Hause"). Der eigentliche "Problem"schwerpunkt beginnt jedoch, als Paul Margerete kennen lernt, nachdem er sie in seinem Geschäft versehentlich übergangen hat.
Margerete Tietze ist Diplom-Psychologin und behandelt in ihrer Praxis bei sich zu Hause kleinere seelische Schwierigkeiten. Genau wie Paul ist auch sie ehrenamtlich tätig und zwar bei einer Tanzgruppe, die für die Firma Kunststoff-Meier eine Art Revue zu Werbezwecken einstudiert. Nachdem Margerete Paul zu einem Rentnerehepaar mitgenommen hat, das durch den Einsatz frischer Farben in der Wohnung zu neuer Lebensfreude finden soll, Paul aber auf Wunsch des Ehepaars ein paar Grautöne vorstellt (aschgrau, bleigrau, mausgrau, zementgrau, "ganz frisches steingrau") lädt Paul Margerete zu einer Tasse Tee und einem Hefezopf in seine Wohnung ein. Beiden scheint dieses Treffen schon etwas zu bedeuten, da Margerete sich bei Herrn Brösecke, dem Damenfriseur eine wesentlich modernere Frisur verpassen lässt und Paul einen Elektrokamin mit künstlicher Glut kauft.
Bei dem Treffen werden sie telefonisch von Louise unterbrochen, die mit ihrer älteren Freundin Mechthild im Cafe sitzt und ihrem Sohn Tipps zum Zubereiten des Hefezopfs gibt. Paul erklärt ihr, dass der Hefezopf schon fast aufgegessen sei während sich Margerete leise verabschiedet. Als Paul später seine Mutter besucht, denkt diese, dass er seine Clubfreunde zum Hefezopf eingeladen hat. Als Paul dies richtig stellt, ist sie sehr empört ("kannst du mir mal sagen wie das jetzt weitergehen soll") und als sie erfährt, dass ihr Sohn Margerete eingeladen hat, ihn nach Mailand zu begleiten, wo er am Wochenende beruflich hin muss, sagt sie: "Ach, da muss die Dame wohl schon mit? Vielleicht machen sich die Herrschaften auch noch ein paar schöne Tage. Ich will dir mal was sagen, mein Junge: dann kann sie auch deine Hemden bügeln!".
Letztendlich fahren die beiden doch gemeinsam nach Mailand. Als Paul bei der Firma angekommen ist, schickt er Margerete in ein "nettes kleines Cafe", in dem er öfter sitzt. Dort wird sie von drei Italienern, die plötzlich in das Cafe stürmen, dazu angehalten ein Hühnerei auf einem Teelöffel zu balancieren. In dieser Position wird sie von Paul überrascht, als er sie wieder abholt. Unterdessen hat er die fehlende Frische in den diesjährigen Kollektionen beklagt und außerdem Bedenken geäußert, dass Ehemänner ihre Frauen in violetten Sitzgruppen umbringen.
Als die beiden in ihr Hotel fahren wollen, kommt es zu einem Missverständnis, da Paul ein relativ einfaches Hotel gebucht hat, Margerete aber denkt, dass sie in dem noblen weißen Hotel gegenüber untergebracht seien. In diesem angekommen, bucht er Badezimmer und einen Platz im Hotelrestaurant, obwohl er durch die Blume angedeutet hat, dass es auch ganz gemütlich wäre, in der Pizzeria zu speisen.
Abends im Restaurant erzählen sich die beiden voneinander. Leider hat das Restaurant französische Woche und serviert nur unaussprechliche Gerichte und nicht die gewünschten Spaghetti Carbonara. Die gereichten winzigen Portionen kommentiert Paul diplomatisch mit "Das sieht sehr übersichtlich aus.".
Nachdem beide auf ihre Zimmer gegangen sind, kann Paul nicht einschlafen da sich im Hausflur ein älterer Herr (ebenfalls von Loriot gespielt) mit einer wesentlich jüngeren Frau (auch Evelyn Hamann) lautstark vergnügt. Am nächsten Morgen will Paul Margerete eine Freude machen und schreibt auf ein Blatt "Guten Morgen". Damit geht er zu der Zimmertür, schiebt den Zettel unten hindurch und ruft mehrmals "Kuckuck". Nachdem er das ein paar Mal gemacht hat, geht die Tür auf und er wird in das Zimmer geschleift. In dem Raum befinden sich einige Mafiosi und der kräftige Mann der den Inhalt des Blattes in italienischem Akzent vorliest. Daraufhin wird Paul hinausgestoßen und aus der Nachbartür tritt Margerete.
Beide laufen anschließend durch einen Park, wo Paul damit prahlt, wie er sich der Situation gestellt hätte, nachdem Margerete sagte, sie wüsste überhaupt nicht, wie sie sich in so einer Lage verhalten sollte. Als sie am Flughafen angekommen sind, sagt ein Arbeiter, dass zurzeit gestreikt würde. Margerete fragt, ob denn heute überhaupt keine Maschinen fliegen, worauf Paul sagt: Doch, nur nicht in Italien. Nachdem beide im Flugzeug sitzen, hat Paul das zweite Mal den gleichen "Albtraum": Es ist dunkel und im Nebel erscheint seine Mutter mit offenen Armen.
Als Paul wieder zu Hause ist, möchte er "Mama" mit Blumen überraschen. Er ruft sie, aber es kommt keine Antwort. Paul läuft durchs Haus und sucht seine Mutter, aber statt seiner Mutter findet er in seinem Zimmer, in seinem Bett einen fremden Mann. Paul (Pussi) läuft verstört aus dem Zimmer, die Treppe hinunter und findet Mama im Wintergarten. "Lässt sich der Herr auch mal wieder blicken?", ist Mamas erster Satz. Paul berichtet seiner Mutter von dem Fund in seinem Zimmer. "Das ist mein Untermieter, Herr Weber. Wir musizieren zusammen. "Paul ist entsetzt. "Herr Weber, mein Sohn möchte Sie gerne kennen lernen!" ruft Mama nach oben. Herr Weber, ein Mann von hagerer Gestalt und Pullunder (etwas gespenstisch), erscheint im Wohnzimmer mit Pauls frisch gebügelten Hemden. Als Paul dann noch erfährt, dass seine Mutter Herrn Weber was aufbrät, reicht es ihm. Daraufhin besucht Paul Margarete bei ihrer Revue und klagt ihr vor dem Auftritt, dass er die Aufmerksamkeit seiner Mutter nun mit Herrn Weber teilen muss. Er verwirrt sie so sehr, dass sie mitten in der Vorstellung einen peinlichen Versprecher hat und von ihrem Tanzchef gefeuert wird. Nachmittags ist Paul dann bei Tietzes zu Gast. Die Atmosphäre ist äußerst steif, bedingt durch die Sticheleien Frau Tietzes und der Ordnungsbesessenheit von Vater Tietze. Trotzdem schlägt Paul ein Treffen beider Parteien in Louises Wohnung vor.
Auch hier kommt keine gute Stimmung auf; die Situation entlädt sich schließlich, als Louise unter Klavierbegleitung Herrn Webers (aber auf Vorschlag Pauls) ein Stück von Brahms zu Gehör bringen will, jedoch bis auf Paul und auch Margarete keiner zuhört. Herr Tietze schlägt während Louise singt, sogar die Schließung der Fenster vor, wegen der Nachbarn. Die Situation schaukelt sich hoch und Ehepaar Tietze verlässt schließlich die Wohnung. Als Margarete und Paul am Treppenabsatz zurückgeblieben sind ruft Louise von der Treppe hinab: "Ach, ich werde hier wohl nicht mehr gebraucht?!". Der Film endet mir einer Autofahrt, mit Paul und Margarete auf der Rückbank und Louise am Steuer. Als die beiden Anstalten machen sich zu küssen, unterbricht sie Louise mit einem strengen "Pussi!" Daraufhin zieht Paul ihr wieder den Hut übers Gesicht, sie kommen von der Straße ab und durchqueren mehrere Waldstücke um am Ende wieder heil herauszukommen.
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"Ödipussi".
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