Der Österreichische Gewerkschaftsbund ist eine 1945 gegründete überparteiliche Interessenvertretung für Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen. Traditionell wird er aber von den Sozialdemokraten dominiert. Er ist als Verein konstituiert, und gliedert sich intern in 12 Teilgewerkschaften.
Die 12 Teilgewerkschaften sind:
Die GdE, HTV und HGPD werden bis 1. Mai 2007 zur Gewerkschaft Vida zusammengeschlossen werden; geplant ist weiters ein Zusammenschluss von GPA und DJP zur GPA-DJP.
Die Bezeichnung Teilgewerkschaft ist für die Gewerkschaften des ÖGBs zutreffender als die Bezeichnung Fachgewerkschaften, da die Einteilung nicht vollständig nach Wirtschaftsgruppen erfolgt, sondern weitaus komplexer funktioniert.
So haben sich die Fachgewerkschaften (also jene Gewerkschaften die für bestimmte Teile des Wirtschaftlebens zuständig sind) nur um die Arbeiter ihrer Betriebe zu kümmern, während sich die GPA um die Angestellten kümmert.
Weiters betreuen die Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes (GÖD, GdG) nicht nur Arbeitnehmer des Staates, sondern auch die aus dem staatlichem Umfeld ausgelagerten Firmen, so diese nicht ihre eigenen Gewerkschaften (GPF, GdE) haben.
Die Führung des ÖGB ist nach Fraktionen organisiert. Die Fraktionen haben enge Bindungen zu den jeweiligen politischen Parteien. Die Fraktion sozialdemokratischer Gewerkschafter (FSG) ist die stärkste Fraktion und besetzt die meisten Spitzenpositionen. Die FSG hat ein enges Verhältnis zur SPÖ. Zweitstärkste Fraktionen ist die Fraktion Christlicher Gewerkschafter (FCG) die der ÖVP nahesteht und die Gewerkschaft öffentlicher Dienst dominiert, die unabhängigen Gewerkschafter (UG), die Fraktion Parteifreier Gewerkschafter, die Freiheitlichen Arbeitnehmer (FA) und die Fraktion Gewerkschaftlicher Linksblock (GLB).
Darüber hinaus existiert wiederum die Aufteilung in Landesexekutiven, die sich auch in den meisten Gewerkschaften fortsetzt.
Bis zum 27. März 2006 war Fritz Verzetnitsch Präsident, welcher aber nach dem Bekanntwerden des sogenannten „BAWAG-Skandals“ von sämtlichen gewerkschaftlichen und politischen Funktionen zurücktrat - und am 2. Mai vom ÖGB entlassen wurde. Als seinen interimistischen Nachfolger bis zum nächsten Bundeskongress 2007 hat Verzetnitsch den bisherigen Vizepräsidenten Rudolf Hundstorfer beauftragt.
Die innere Demokratie des Vereines ÖGB ist nicht ausgeprägt. Die Mitglieder in den Betrieben und Dienststellen haben kein direktes Wahlrecht, weil die Ergebnisse der jeweils letzten Betriebsrats- beziehungsweise Personalvertretungswahlen eins zu eins auch auf die gewerkschaftlichen Gremien umgelegt werden. In letzter Konsequenz bestimmen daher auch Nichtmitglieder über die Zusammensetzung der gewerkschaftlichen Gremien. Der Aufbau des ÖGB ist zudem stark zentralistisch. Dies führte in der Vergangenheit auch dazu, dass sich ein scheidender Präsident seinen Nachfolger aussuchen konnte (Benya "bestimmte" Verzetnitsch). Die Wahl war dann ein bloßer Formalakt.
Der ÖGB ist Mitglied der Sozialpartnerschaft und hat mit seiner hohen Mitgliederzahl großen Einfluss auf die Wirtschafts- und Sozialpolitik. Er besitzt beträchtliche wirtschaftliche Macht (die BAWAG mit Anteilen an Druckereien sowie Reisebüro RUEFA, das aber 2005 vollständig vom Österreichischen Verkehrsbüro gekauft wurde).
Der ÖGB hat laut eigenen Angaben (2004) ca. 1,4 Mio. Mitglieder, erleidet aber seit vielen Jahren beträchtlichen Mitgliederschwund.
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