Édouard Balladur (* 2. Mai 1929 in İzmir, Türkei) ist ein französischer gaullistischer Politiker (RPR, UMP).
Zunächst will Balladur Arzt werden, entscheidet sich dann aber für ein Jura-Studium am Institut d'études politiques in Paris, mit öffentlichen Dienstleistungen als Schwerpunkt. 1950 nimmt er sein Abschlussdiplom in Empfang. Einige Zeit hindert ihn eine Tuberkulose an der Fortführung seiner Studien, aber nach seiner Heilung 1955 nimmt er diese wieder auf, diesmal an der Verwaltungshochschule ENA, Jahrgang 1957, Abschlussklasse „France-Afrique“. Schon während des Studiums bildet er mit Jacques Monod, Pierre Verbrugghe, einem ehemaligen Polizeipräfekten von Paris, Jacques Calvet, ehemaliger Vorstandsvorsitzender von Peugeot, und Jean Dromer, ehemaliger Vorstandsvorsitzender von Louis Vuitton, eine kleine Arbeitsgruppe. Nach seinem ersten Jahr absolviert er das obligatorische Praktikum in der Präfektur der Charente. Seine Zwischenarbeit behandelt noch das Thema des Gesetzes von Barangé und der Bautätigkeiten für den schulischen Bereich, doch im zweiten Jahr widmet er sich dem sozialen Bereich.
1974, nach der Wahl von Valéry Giscard d'Estaing zum Staatspräsidenten, kehrt er in den Staatsrat zurück. 1977 sieht er sich an die Spitze einer Tochter der Compagnie Générale d’Électricité (CGE) gesetzt, einem Energiekonzern, der später zu Alcatel gehört: Générale de service informatique (GSI), die für Informatikdienste verantwortlich ist. 1980 übernimmt er den Vorstand einer anderen Tochter der Unternehmensgruppe: der Europäischen Gesellschaft für Akkumulatoren.
Nach dem Sieg der rechtsgerichteten Parteien 1993 schließt er mit Chirac ein Abkommen und wird Premierminister, im Gegenzug bereitet sich Chirac auf die Präsidentschaftswahlen 1995 vor. Am 23. März wird Balladur von Präsident François Mitterrand zum Premierminister ernannt. Damit beginnt die zweite Cohabitation.
Nachdem seine Popularität im Amt steigt, beschließt er, sich neben Chirac als Kandidat für die Präsidentschaftswahlen aufstellen zu lassen und wird dabei von einem Teil der führenden Mitglieder des RPR unterstützt, darunter Nicolas Sarkozy. Indessen scheidet er im ersten Wahlgang aus und Chirac wird zum Präsidenten gewählt. Er räumt seinen Posten als Premierminister und konzentriert sich wieder auf sein Abgeordnetenmandat. Als Ratsmitglied von Paris wird er im Kampf um die Bürgermeisterschaft von Philippe Séguin geschlagen. Auch die XII. Legislaturperiode (2002 – 2007) sieht ihn wieder als Abgeordneten in der Nationalversammlung für den 12. Wahlbezirk von Paris. Diesmal als Mitglied der neu gegründeten Partei UMP und Leiter der Kommission für auswärtige Angelegenheiten, nachdem sein Gegner bei den Wahlen zur Präsidentschaft der Nationalversammlung Jean-Louis Debré die Wahlen für sich entscheiden konnte.
Über Édouard Balladur: Balladur von Claire Chazal (1993)
Mann | Franzose | Premierminister (Frankreich) | Geboren 1929
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