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Spricht man von der École normale supérieure, so meint man oft die Hochschule École normale supérieure in der Rue d'Ulm im 5. Arrondissement von Paris (die diesen Namen als einzige ohne weiteren Zusatz trägt). Neben dieser gibt es heute in Frankreich drei weitere Écoles normales supérieures.

Die ENS (Rue d'Ulm)


Die École Normale Supérieure in der rue d'Ulm, mitten im Pariser Quartier Latin gelegen, ist neben der École Polytechnique die renommierteste Ausbildungsstätte des staatlichen französischen Erziehungswesens. Sie wird auch ENS Paris, ENS Ulm oder kurz und ENS genannt, da sie die älteste und bekannteste der Ecoles Normales Supérieures ist (Gründung 1795). Im Jahre 1985 wurde die École normale supérieure de jeunes filles, Sèvres, mit ihr fusioniert.

Mit Aufnahme in die ENS werden die Studenten zu Beamten und haben, sofern sie nicht durch mehrere Prüfungen fallen, eine Garantie auf lebenslange Beschäftigung mindestens als Oberschullehrer; die meisten streben jedoch eine Stellung im universitären Bereich an.

Wie in anderen Grandes Écoles erfolgt die Aufnahme nicht unmittelbar nach dem Abitur (Baccalauréat), sondern nach einem verschulten Grundstudium in sogenannten Vorbereitungsklassen (Classe préparatoire) an bestimmten renommierten Gymnasien und einem extrem selektiven Wettbewerb (Concours). Trotz dieser Auslese über schriftliche Prüfungsleistungen stammt ein erheblicher Teil der Studenten aus einem recht homogenen Milieu; zuweilen ist das Studium an der ENS über mehrere Generationen hinweg Familientradition. Jedes Jahr werden aus ca. 6000 Bewerbern 100 NaturwissenschaftlerInnen und 100 GeisteswissenschaftlerInnen ausgewählt.

Im Gegensatz zu vielen anderen Grandes Écoles war und ist die École Normale Supérieure im Kern ein Internat bzw. Stipendium. Die Studenten können sich nach bestandener Aufnahmeprüfung frei für einen Studiengang ihrer Wahl an einer der Pariser Universitäten entscheiden. Durch eine ausgezeichnete Bibliothek, ein reges kulturelles Leben und viele Vorträge erfahren die Studenten der École Normale Supérieure zusätzliche Förderung.

Erst seit den 70er Jahren gibt es in den Naturwissenschaften Studiengänge, die hauptsächlich an der École Normale Supérieure selbst stattfinden (Magistaire Interuniversitaire). Nach einem verkürzten Grundstudium und einem Auslandsaufenthalt können die Studenten Module aus den Vorlesungen verschiedener DEA-Programme anderer Pariser Universitäten belegen um die Maîtrise zu erreichen.

Im Zuge des Bologna-Prozesses erhalten die Absolventen nun zusammen mit dem Diplom der ENS auch einen Master (Magister), der gemeinsam mit einer Pariser Universität verliehen wird und dadurch auch international staatlich anerkannt ist.

Der homogene soziale und intellektuelle Hintergrund, die relative Sicherheit der Lebensplanung und der Wohnheimbetrieb begünstigen einen hohen Grad an Endogamie; eines der berühmtesten Paare, das sich beim Studium an der ENS kennengelernt hat, sind Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir.

Berühmte Absolventen


(Absolventen der ENS Rue d'Ulm und der ehemaligen ENSJF Sèvres. In Klammern das Jahr der Aufnahme.)

Weblinks


  • http://www.ens.fr

Paris | Grande école

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