Äthiopischer Ritus meint den Gottesdienst der aus dem spätantiken Christentum Aksums hervorgegangenen Ostkirchen (Äthiopisch-Orthodoxe Tewahedo-Kirche, Eritreisch-Orthodoxe Tewahedo-Kirche, Äthiopisch-Katholische Kirche).
Grundsätzlich gilt auch hier das sog. Taft'sche Gesetz, nach dem das, was dem heutigen Beobachter besonders typisch erscheint, hier z.B. Rundkirchen und Sabbatheiligung, gerade das ist, was liturgiegeschichtlich jüngeren bis jüngsten Entwicklungsstufen angehört.
Die heutige Ordnung der äthiopischen Eucharistie- oder Messfeier entspricht einer entkernten koptischen Basilius-Liturgie. An die Stelle der Basilius-Anaphora ist im Regelfall die „Anaphora der Apostel“ eingefügt. Dabei handelt es sich um eine redigierte Fassung des Hochgebetes der Traditio Apostolica. Als Austauschformulare sind zahlreiche weitere Anaphoren in Gebrauch, zu einem Teil importierte altkirchliche Texte, zum anderen äthiopische Originalkompositionen aus der Zeit unseres Mittelalters. Dazu gehören die eigentümlichen Marien-Anaphoren.
Texte:
Studien:
Christlicher Orient | Christentum in Äthiopien | Ritus | Liturgie
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