| Äskulapnatter | ||||||||||||
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| Couleuvre Esculape59.JPG | ||||||||||||
| : | Reptilien (Reptilia) |
| : | Schuppenkriechtiere (Squamata) |
| : | Schlangen (Serpentes) |
| : | Nattern (Colubridae) |
| : | Kletternattern (Zamenis) |
| : | Äskulapnatter |
Die Grundfärbung der Schlange reicht von einem gelblichen Braun über Olivgrün und Graubraun bis Grauschwarz, wobei die Oberfläche glatt und glänzend ist. Viele der Schuppen sind weiß umrandet, so dass eine helle Längsstrichelung entlang des Körpers entsteht. Bei einigen Tieren gibt es zusätzlich einen dunklen Längsstreifen entlang der Körperseiten. Der Bauch ist hell- oder grünlich-gelb bis weißlich gefärbt. Bei sehr dunklen Individuen kann die Körperunterseite jedoch auch blauschwarz gefärbt sein. Während die 23 (seltener 21) Reihen Rücken- und Seitenschuppen glatt sind, besitzen die Bauchschuppen leicht Kiele, die das Klettern erleichtern.
Der Kopf ist vom Rumpf nur leicht abgesetzt und besitzt im Normalfall keine Zeichnung. Oberhalb der Augen kann ein dunkles Schläfenband ausgebildet sein, das nach hinten zum Hals reicht. Die Augen sind mittelgroß mit einer runden Pupille. Der Kopf besitzt acht, seltener neun Oberlippenschilder oder Supralabialia sowie ein Voraugenschild, das in der Herpetologie Praeoculare genannt wird.
Deutlich auffälliger sind die Jungtiere gezeichnet. Sie besitzen eine helle Grundfärbung mit einer dunklen Fleckung auf dem Rücken sowie eine deutliche dunkle Querbinde über die Schnauze und eine nach hinten gerichtete V-Zeichnung im Nacken. Hinzu kommt ein dunkles Schläfenband und beidseitig dahinter jeweils ein hellgelber Fleck. Diese Flecken können zu Verwechslungen mit der Ringelnatter (Natrix natrix) führen, bei der diese Flecken typisch sind.
Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich entsprechend von Nordspanien über Mittelfrankreich, die Schweiz, Österreich und einige Reliktgebiete in Süddeutschland über Tschechien, den Süden Polens und die Balkanstaaten nach Griechenland und die südwestlichen Gebiete der ehemaligen Sowjetunion und weiter in die Türkei, nach Transkaukasien und in den nördlichen Iran. Die etwas helleren Tiere in Mittel- und Süditalien sowie auf Sizilien wurden bis vor kurzem der Nominatform Zamenis longissimus longissimus als Unterart Zamenis longissimus romana gegenüber gestellt; heute werden sie aufgrund proteinelektrophoretischer Untersuchungen sowie von Sequenzunterschieden der mitochondrialen DNA als eigene Art unter dem Namen Italienische Äskulapnatter (Zamenis lineatus) angesehen.
Die Äskulapnatter bevorzugt warme und besonnte Bereiche, die jedoch nicht zu trocken sein dürfen. Man findet die Schlangen entsprechend vor allem an feuchtwarmen, sonnenexponierten Stellen im Flachland und an besonnten Hängen im Bergland. Häufig hält sie sich auch an Flussufern und in Auwäldern auf sowie auf Waldlichtungen oder in Geröll und Gebüschen mit Efeu. und Brombeergestrüpp. Ebenfalls beliebt sind Legesteinmauern, alte Steinbrüche, Ruinengelände und die Randbereiche landwirtschaftlich genutzter Flächen wie etwa verbuschte Hangweisen. Die höchsten Vorkommen gibt es bei etwa 1500 bis 2000 Metern NN, meistens leben sie jedoch unterhalb von 1000 Metern Höhe.
Durch Einspreizen ihrer Schuppen kann die Äskulapnatter sehr gut klettern; sie bewältigt sogar aufrechte Bäume. Trotzdem lebt sie vor allem auf dem Boden sowie in niedrigem Gestrüpp und klettert vor allem bei der Nahrungssuche. Sie bewegt sich dabei sehr flink und leise. Auch bei Störungen verhält sich die Schlange wenig angriffslustig.
Die Nahrungssuche findet vor allem am Boden sowie in Höhlen im Boden statt, außerdem unter Steinen, in Bäumen oder in Pfanzenmaterial. Vor dem Verzehr wird die Beute mit den Kiefern geschnappt und danach erdrosselt. Kleinere Tiere wie Eidechsen werden zwischen den Kiefern erdrückt. Die Schlange lebt häufig in Dachböden, Heuschobern und dergleichen, welche sie von Mäusen freihält.
Die Äskulapnatter selbst wird zur Beute von verschiedenen Vögeln und Säugetieren. Dabei handelt es sich unter den Säugern vor allem um Marder wie den Iltis, den Dachs sowie Stein- und Baummarder; unter den Vögeln sind es der Mäusebussard, der Wespenbussard, der Schlangenadler sowie verschiedene Rabenvögel. Besonders Jungtiere werden auch von anderen Schlangenarten wie etwa der Treppennatter oder der Eidechsennatter erbeutet. Die Äskulapnatter flieht bei Bedrohung in höhere Gebiete oder auf Bäume und in Gebüsche. Bei akuter Bedrohung wehrt sie sich durch Abwehrbisse und entleert ein übelriechendes Sekret aus ihren Analdrüsen.
Die Eiablage erfolgt im Juli in feuchter Erde, in Pflanzenresten, unter Steinen oder in Mauerspalten sowie in alten Baumstümpfen. Dabei legt das Weibchen ein Gelege von fünf bis zehn langovalen Eiern ab, aus denen im September die Jungtiere schlüpfen.
Manche Herpetologen verwenden für die Äskulapnatter indes weiterhin den Namen Elaphe longissima. Innerartlich werden zudem vier phylogeografisch zu interpretierende genetische Linien unterschieden: West-Haplotyp, Adria-Haplotyp, Donau-Haplotyp und Ost-Haplotyp.
Alljährlich werden Äskulapnattern sowie Vierstreifennattern (Elaphe quatuorlineata) bei einer traditionellen Schlangenprozession in der italienischen Stadt Cucullo durch die Straßen getragen.
Obwohl die Habitatzerstörung in den Lebensräumen der Äskulapnatter nur als sekundäre Rückzugsursache angesehen wird, gibt es eine Reihe von Empfehlungen, um diesen Faktor möglichst gering zu halten. So stellen vor allem die Intensivierung der Forst- und der Landwirtschaft sowie Flurbereinigungen und Siedlungserweiterungen den massivsten Eingriff des Menschen in den Lebensraum der Tiere dar. Um die Populationen zu schützen, werden vor allem Kernverbreitungsgebiete als Schutzgebiete ausgewiesen, etwa die extensiv genutzten Wiesen und Streuobstflächenim Neckar-Odenwald. Zugleich müssen Waldrandgebiete als Überwinterungszonen sowie potentielle Eiablageplätze in Totholz und alten Baumbeständen in den Schutz mit eingebunden werden.
Schutzstatus
Wie alle europäischen Schlangen steht die Äskulapnatter außerdem unter internationalem Artenschutz und wird im Washingtoner Artenschutz-Übereinkommen (WA II / Anhang B) gelistet. Die Haltung der Tiere ist dementsprechend meldepflichtig und bedarf der entsprechenden CITES-Papiere.
Rote Liste-Einstufungen
Užovka stromová | Eskulapioren suge | Couleuvre d'Esculape | Äskulapnatter | Esculaapslang | Eskulapsnok | Wąż Eskulapa
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