Die Ägyptologie erforscht alle Bereiche der altägyptischen Hochkultur (Alltagsleben, Sprache und Literatur, Geschichte, Religion, Kultur und Kunst, Wirtschaft, Recht, Ethik und Geistesleben) von der Vorgeschichte des 5. Jahrtausends v. Chr. (z.B. die Kulturen Negade und Badari) bis zum Ende der Römerherrschaft im 4. Jahrhundert n. Chr. Sie ist in Deutschland sehr sprachenorientiert, während in den anglo-amerikanischen Ländern, und in anderen Ländern (Frankreich, Italien und Polen) auch die Archäologie einen breiten Raum, auch in der Lehre, im Fach einnimmt.
Eine wichtige Rolle spielte auch die Ägyptenbegeisterung der europäischen Eliten im 19. Jh., inzwischen mit dem Begriff Ägyptomanie bezeichnet. Es gehörte zum guten Ton, eine Ausgrabung zu finanzieren oder selbst daran teilzunehmen, oder zumindest eine Reise nach Ägypten zu unternehmen und Kunstgegenstände mitzubringen. Oft waren auch Mumien dabei, die in England als Höhepunkt einer Gesellschaft ausgewickelt wurden. Eine der berühmtesten Entdeckungen, das Grab des Tutenchamun, konnte nur durch dieses Interesse gemacht werden: sie verdankt ihre Existenz der Patronage des Lord Carnarvon.
Während diese Gruppe die Finanzierung stellte und amateurhafte Ausgrabungsversuche unternahmen (man spricht hierbei oft von Gentlemanarchäologen) lag die wissenschaftliche Arbeit in den Händen einiger weniger. Einen speziellen Ausbildungsweg gab es nicht, die Männer waren Autodidakten oder wurden von einem Forscher mit mehr Erfahrung ausgebildet - was nichts anderes heißt, als dass sie einige Zeit unter ihnen arbeiteten. Hierbei gab es einige frühe Forscher, die sich durch besondere Fähigkeiten hervortaten, unter ihnen Flinders Petrie; er grub mehrere Tempel aus und zeichnete gewissenhaft die für ihn unverständlichen Hieroglyphen ab (z.B. in Amarna); außerdem benutzte er 1898 die erst kürzlich entdeckten Röntgenstrahlen, um die Mumie des Ramses zu durchleuchten. So wies er die nachträgliche Ausstopung (ein Samenkorn in der Nase, um den charakteristischen Höcker nach der Austrockung nachzubilden) einer Mumie nach; durch diese erste Verwendung der Röntgenstrahlen ist sein Name ebenfalls untrennbar mit der der Paläopathologie verbunden. Er gilt als der "Ausbilder" von Howard Carter, da dieser in einer von Petrie geleiteteten Ausgrabung seine archäologischen Erfahrungen sammelte.
Mit der Entzifferung der Hieroglyphen, der Schlüssel zum Verständnis der ägyptischen Kultur, ist ein weiterer Punkt gegeben, an dem man die Geburtstunde der Ägyptologie als Wissenschaft ansetzen könnte (neben dem Fund des Stein von Rosetta u.a.).
In Deutschland gilt Richard Lepsius als Begründer der Ägyptologie.
Die Texte sind meist religiöser Natur, jedoch kommen auch, gerade aus der Zeit des Mittleren Reiches, Verträge und Listen sowie literarische Erzählungen vor - obwohl bei diesen die Motivatition nicht immer gesichert ist. Möglicherweise zählen einige Texte streng genommen eher zu den kultischen Texten. Ein besonderes Feld nehmen die sogenannten Weisheitstexte ein.
Das Hauptanliegen der Universitäten ist die Vermittlung der Sprache und die Lektüre der Texte, doch auch numismatische sowie archäologische Kenntnisse werden vermittelt. Die Schwerpunkte richten sich nach den jeweiligen Universitäten. Eng verbunden ist ebenfalls die Archäologie des Nahen Ostens, deren Lehrveranstaltungen vereinzelt in einigen Instituten angeboten werden.
Die Ägyptologie überschneidet sich mit den Fächern "Alte Geschichte", "Archäologie des Nahen Ostens" bzw. "Biblische Archäologie", teilweise "Klassische Archäologie" (je nach Schwerpunktsetzung der Uni) sowie, in weiterem Sinne, der Christlichen Theologie. Die Aufzeichnungen der frühen Kirchen in Ägypten sind durchweg in Koptisch erhalten.
Von den insgesamt 18 Fakultäten an 15 Instuten wird wahrscheinlich nur eine kleine Zahl übrig bleiben. An mehreren Instituten ist das Magisterstudium der Ägyptologie nicht mehr möglich, eine Strukturierung auf Bachelor ist in Diskussion und vielerorts noch nicht entschieden. Vielleicht wird es bald nur noch wenige Institute geben, möglicherweise soll das Studium auf Elite-Seminare an ein oder zwei Instituten begrenzt werden. Einige Asta-Verbände befürchten, dass die sog. Orchideenfächer wie z.B. die Ägyptologie auf Dauer in Deutschland abgeschafft werden. Ein Indiz dafür ist die geplante Finanzierung der Studiengebühren durch Darlehen, die von einigen Kreditinstituten nur an bestimmte Fächer abgegeben werden sollen (da diese, anteilig am Verdienst nach dem Studium, für eine zeitlich begrenzte Dauer zurckgezahlt werden sollen. Restsummen nach Ablauf dieser Frist verfallen).
Diese Dinge sind jedoch noch nicht entschieden; es herrscht eine Diskussion über den Fortgang des Faches, die immer neue Aspekte und Vorschläge bringt und noch lange nicht beendet ist.
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